
Unser ROMPC Come Together zum Jahresbeginn mit der Referentin Birgit Zech beschäftigte sich am 13. Januar 2026 mit dem Klimawandel und stand unter dem Thema: „Klimagefühle und wie wir an diesen wachsen können“.
Diese dreiteilige Artikelreihe beschäftigt sich mit der Vielfalt und Widersprüchlichkeit der Gefühle, die die Klimakrise bei uns auslösen, wie diese uns bei der Bewältigung der Krisen behilflich sein können und was uns persönlich Mut und Zuversicht geben kann.
Teil 1: Die aktuelle Situation des Klimawandels und die Auswirkungen auf unsere Arbeit im Coaching und der Therapie.
Die aktuellen Krisen in der Welt werden gerade immer größer und existentieller. Viele von uns schauen sorgenvoll auf die politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Entwicklungen. Die Klimaveränderung ist global überall zu spüren, die Klimakonferenz in Belem endete mit einem schwachen Kompromiss, von dem viele Länder und Wissenschaftler besorgt und enttäuscht sind.
An den wissenschaftlichen Fakten über den Klimawandel kommen wir nicht vorbei, ignorieren hilft nicht, wir alle sind den klimatischen Veränderungen ausgeliefert.
Was bedeutet dies für Coaches und Therapeuten?
Bei dem Thema Klimaveränderung sind wir, im Gegensatz zu den meisten sonstigen Anliegen unserer KlientInnen, als Therapeuten und Coaches und Menschen genauso betroffen, wie unsere KlientInnen und Coachees, wir teilen die Sorgen und Nöte, viele von uns sind emotional überfordert. Damit ist es schwieriger, eine professionelle Distanz zu halten, in Kontakt zu bleiben, da das Thema der KlientInnen gleichzeitig auch unser Thema sein kann.
Die eigene Betroffenheit und Überforderung kann die Tür aufmachen für ungünstige Übertragungsphänomene und gegebenenfalls die Arbeitsfähigkeit und Wirksamkeit der Beratung einschränkt. Im therapeutischen Setting, im Coaching und auch ganz privat nimmt diese Belastung immer mehr Raum ein, unsere psychische Resilienz ist in all dem ziemlich gefordert.
Wie reagieren wir auf den Klimawandel?
Hier kommt die Klimapsychologie ins Spiel.
Die Klimapsychologie ist ein ziemlich neues Forschungsfeld der Psychologie und kann uns wertvolle Einblicke in menschliche Verhaltensweisen und Umgangsformen geben, wie wir psychisch mit der Klimaveränderung umgehen und auch anders damit umgehen können.
Wie bewegen wir uns zwischen Verdrängung und Zuversicht?
Ein zentrales Phänomen in der Klimapsychologie ist die Kluft zwischen Wissen und Handeln der knowing–doing gap. Wir wissen sehr viel, die Forschungsergebnisse sind eindeutig, die Tendenz besorgniserregend, dennoch sind unsere wirtschaftlichen und privaten Handlungsweisen oft nicht an Nachhaltigkeit ausgerichtet.
Handlungsleitend erleben wir auf der psychischen Ebenen Emotionen wie
- Angst,
- Ohnmacht,
- Schuldgefühle,
- Wut,
- Schmerz
Parallel dazu finden wir Ausreden, Abwehrmechanismen und Verdrängungen, um möglichst „verschont“ zu bleiben.
Nicht die Klimagefühle, sondern das Hineinsteigern oder das komplette Vermeiden sind das Problem
Hier gilt es eine günstige Regulation zu entwickeln zwischen vollständiger Abwesenheit der Gefühle, Flucht, falscher Optimismus und Verleugnung versus einem Hineinsteigern, sich permanent damit zu beschäftigen und zu Katastrophisieren.
Im demnächst folgenden Teil 2 geht es um die psychischen Verdrängungs- und Abwehrmechanismen, die wir uns angeeignet haben, um mit der Klimaveränderung zurechtzukommen.


