Älterwerden – und trotzdem Lust auf das Leben haben

Wir werden immer älter. Und gleichzeitig beschäftigen wir uns erstaunlich ungern damit.

Die Brisanz des Themas zeigt auch dieser Artikel von PSYCHOLOGIE HEUTE. Wir versuchen, möglichst lange jung zu bleiben, halten uns fit, achten auf unsere Ernährung – und fühlen uns häufig tatsächlich jünger, als wir biologisch sind. Das ist zunächst einmal etwas Schönes. Schwierig wird es erst, wenn uns das Älterwerden plötzlich und unerwartet einholt: durch eine Erkrankung, durch nachlassende Kräfte oder durch den Tod eines Menschen, der uns nahestand.

Dann wird unübersehbar: Das Leben verändert sich. Und wir verändern uns mit ihm.

Vielleicht wäre es deshalb gut, uns früher mit dem Älterwerden auseinanderzusetzen. Nicht sorgenvoll und schon gar nicht resigniert, sondern neugierig. Denn Älterwerden besteht keineswegs nur aus Verlusten.

Genau um die folgenden Gedanken geht es in unserem Workshop
„Älterwerden mit Lust und Würde“ am 24. und 25. Oktober

Wir verlieren etwas – und gewinnen etwas anderes

Mit zunehmendem Alter haben wir Erfahrungen gesammelt. Wir haben Krisen überstanden, Abschiede erlebt, Neues begonnen und manches, was uns früher aus der Bahn geworfen hätte, erscheint uns heute weniger bedrohlich.

Gleichzeitig schwinden Kräfte und Fähigkeiten. Der Körper setzt Grenzen, die wir früher nicht kannten.

Ein Freund von mir war beispielsweise über viele Jahre ein begeisterter und hervorragender Kiter. Irgendwann verkaufte er seine gesamte Ausrüstung. „Ich schaffe das nicht mehr“, sagte er. „Es ist zu anstrengend.“

Das war kein leichter Entschluss.

Älterwerden heißt Abschied nehmen

Solche Abschiede gehören zum Älterwerden. Vielleicht ist es die Bergtour, die nicht mehr möglich ist. Vielleicht eine Sportart. Vielleicht merken wir, dass wir mehr Erholung brauchen oder Dinge langsamer angehen müssen.

Das kann traurig machen. Und manchmal macht es auch wütend.

Auch ich kenne diese Wut. Als ich zum ersten Mal bemerkte, dass mir das Bergsteigen deutlich schwerer fiel, war meine erste Reaktion keineswegs gelassene Altersweisheit. Ich war wütend auf meinen Körper, weil er mir plötzlich Grenzen setzte.

Warum sollten wir solche Gefühle nicht haben dürfen?

Gut älter zu werden bedeutet nicht, Verluste schönzureden. Es bedeutet, ihnen einen Platz zu geben – ohne darüber das zu verlieren, was weiterhin möglich ist.

Wenn aus Vergesslichkeit Angst wird

Ein anderes Thema beschäftigt viele Menschen: die Angst vor geistigem Abbau.

Ein Name fällt uns nicht ein. Wir suchen nach einem Wort. Wir gehen in ein Zimmer und wissen plötzlich nicht mehr, was wir dort eigentlich wollten.

Und schon kann der Gedanke auftauchen: Ist das noch normal? Oder beginnt da etwas?

Vergesslichkeit und kleinere Zugriffsstörungen auf Erinnerungen, Namen oder Wörter gehören zum Älterwerden. Wenn wir uns unter Druck setzen und verzweifelt versuchen, uns zu erinnern, erschweren wir diesen Zugriff häufig zusätzlich.

Wer dagegen einen Moment wartet und die innere Anspannung reduziert, erlebt nicht selten: Plötzlich ist der gesuchte Name wieder da.

Unser Gehirn besitzt zudem eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit. Es bleibt bis ins Alter hinein veränderbar. Deshalb lohnt es sich, neugierig zu bleiben, Probleme zu lösen, Neues zu lernen – und vor allem mit anderen Menschen in Beziehung zu bleiben.

Denn andere Menschen sind wunderbar unberechenbar.

Sie überraschen uns, widersprechen uns, bringen uns zum Lachen, manchmal auch zur Verzweiflung – und fordern damit unser Gehirn immer wieder neu heraus.

Wir können nicht alles wählen. Aber manches schon.

Natürlich können wir uns das Älterwerden nicht aussuchen. Ebenso wenig können wir verhindern, dass unser Körper sich verändert, Menschen sterben oder Krankheiten auftreten.

Aber wir haben Einfluss darauf, wie wir mit dem umgehen, was uns begegnet.

Wenn ich morgens aufstehe und meine Knochen schmerzen, kann ich denken:
„Wieder so ein Scheiß-Tag.“

Oder ich kann mir sagen:
„Mal sehen, was dieser Tag sonst noch zu bieten hat.“

Die Schmerzen sind dadurch nicht verschwunden. Die Realität wird nicht verleugnet.

Und trotzdem beginnt derselbe Tag mit einer anderen inneren Bewegung.

Vielleicht liegt genau darin eine der großen Aufgaben des Älterwerdens:

Nicht krampfhaft festzuhalten an dem,
was einmal war,
sondern immer wieder zu entdecken,
was heute noch möglich ist.

  • Was bereitet mir Freude?
  • Welche Menschen tun mir gut?
  • Was möchte ich noch erleben?
  • Wovon darf ich mich verabschieden?
  • Und was möchte vielleicht gerade jetzt neu entstehen?

Die verbleibende Lebenszeit gestalten

Älterwerden bedeutet auch, dass die verbleibende Lebenszeit kostbarer wird. Das muss kein bedrohlicher Gedanke sein. Es kann vielmehr eine Einladung sein, bewusster zu entscheiden, womit und mit wem wir diese Zeit verbringen möchten.

Nicht die Frage „Wie bleibe ich möglichst lange jung?“ ist dann entscheidend. Sondern: „Wie möchte ich leben – mit dem Alter, das ich heute habe?“

Wir wollen das Älterwerden weder beschönigen noch problematisieren.

Wir möchten gemeinsam anschauen, was es mit uns macht – mit seinen Verlusten und Begrenzungen, aber ebenso mit seinen Freiheiten, Möglichkeiten und neuen Perspektiven.

Und vor allem mit einer Frage:
Wie können wir unserem Leben mehr Freude geben, ohne das Schwere darin ausblenden zu müssen?

Wir freuen uns, wenn auch du beim Workshop dabei bist!

Älterwerden mit Lust und Würde
Ein Workshop über Abschied und Aufbruch, Begrenzungen und neue Freiheiten –
und über die Kunst, dem Leben in jedem Alter zugewandt zu bleiben.

Älterwerden geschieht von selbst. Wie wir damit umgehen, können wir jedoch mitgestalten.

Was verändert sich, wenn die verbleibende Lebenszeit spürbar kostbarer wird?
Wie gehen wir mit körperlichen Veränderungen, Abschieden und Verlusten um?
Und wie gelingt es uns, nicht nur auf das zu schauen, was weniger wird, sondern auch auf das, was weiterhin möglich ist
– oder vielleicht sogar neu möglich wird?

In unserem Workshop
„Älterwerden mit Lust und Würde“ möchten wir diesen Fragen gemeinsam nachgehen.

Persönlich, psychologisch fundiert und mit Raum für die eigenen Erfahrungen, Gedanken und Gefühle.

Dabei geht es nicht darum, das Älterwerden schönzureden. Es geht darum, das eigene Leben mit all seinen Veränderungen anzunehmen und zugleich neugierig darauf zu bleiben, was noch vor uns liegt.

24. und 25. Oktober 2026 in Planegg bei München

Vielleicht ist es Zeit, dem Älterwerden nicht länger auszuweichen – sondern sich ihm zuzuwenden?

Und bewusst zu entdecken, wie viel Leben noch im Älterwerden steckt.

Älterwerden – und trotzdem Lust auf das Leben haben
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