Raus aus der Ambivalenz-Falle

ROMPC-come-together am 21.09.2021 um 19 Uhr

mit Heinz-Günter Andersch-Sattler, Augsburg

Wer kennt das nicht, dass ich mich zwischen mehreren Alternativen nicht oder schlecht entscheiden kann? Wer das also nicht kennt, muss gar nicht weiterlesen. Für alle anderen könnte es interessant sein, mehr darüber herauszufinden, was es so schwer macht, zwischen verschiedenen Möglichkeiten, die alle Vor- und Nachteile haben, zu entscheiden.

Denn: Jede Entscheidung könnte auch falsch sein. Hier haben wir also ein Zusammentreffen von Wahlmöglichkeiten und der Suche nach Perfektion: es richtig machen zu wollen. Das macht uns dann das Leben so richtig schwer. Es beginnt ja schon bei ganz einfachen Alltagssituationen, wenn ich mich zwischen verschiedenen Gerichten entscheiden muss z.B. oder bei der Art der Kleidung und spitzt sich dramatisch zu, wenn es um einen neuen Job, einen neuen Wohnort oder eine Krankenbehandlung geht.

Wir brauchen also eine Ambivalenz-Toleranz, wie es Thomas Weil in seinem Vortrag beim online-Kongress deutlich gemacht hat. Und wir brauchen eine Fehler-Toleranz: Im Zweifelsfalle muss es kein Drama sein, wenn sich hinterher herausstellt, dass eine der anderen Entscheidungsmöglichkeiten doch besser gewesen wäre.

Im online-Workshop werden wir zum einen die eigene Betroffenheit mit dem Thema abholen und miteinander an Lösungsmöglichkeiten arbeiten.

Ich freue mich, wenn viele dabei sind am 21. September um 19 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung über info@syntraum.de . Wir werden den Link rechtzeitig zur Verfügung stellen.


Nach der Sommerpause sind wir unter dem Titel „Raus aus der Ambivalenzfalle“ in die Herbstrunde unseres „ROMPC come-together“ gestartet.

Heinz-Günter Andersch-Sattler hat unsere 16 Teilnehmer zunächst durch theoretische Aspekte der Ambivalenz, des „Einerseits und Andererseits“ geführt. Dieses Hin-und Hergerissen Sein, das Zögern, das Zaudern, sowie die Unklarheit über anstehende Entscheidungen kennt jeder aus seinem Alltag. Mal handelt es sich lediglich um kleine Entscheidungen „gefällt mir die Jacke in blau oder grün besser?“, sobald es sich jedoch um weitreichende Entscheidungen handelt, wie z.B.: „soll ich diese Arbeit weiter machen oder doch kündigen?“, kann es schwieriger werden.

Diese Schwierigkeit, sich für etwas zu entscheiden, führt so manches Mal dazu, weiter auf der Stelle zu verharren. Die innere Logik „bevor ich was falsch mache, mache ich lieber gar nix“ führt oft direkt zur Stagnation. Neue Wege, Lösungsmöglichkeiten und Weiterentwicklung werden verhindert.

Ein erster wichtiger Schritt ist es zu verstehen, dass Ambivalenz nicht bedeutet, zwischen zwei Polen zu entscheiden, von denen einer richtig(er) und der andere falsch ist. Es geht vielmehr darum, zwei mögliche Optionen zu haben, zwischen denen eine Pendelbewegung stattfinden darf.

Heinz-Günter Andersch-Sattler verband Theorie mit Übungen, um wieder in eine innere Bewegung zu kommen und die eigene Handlungsfähigkeit zurückzuerlangen. Die angeregte Diskussion zeigte, wie zentral dieses Thema in Beratung, Coaching und Therapie ist.

von Alexandra Carstens, 18. Oktober 2021
Raus aus der Ambivalenz-Falle
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